Wenn man in der Mitte des Lebens angekommen ist, interessiert man sich für das, was einen noch erwartet. Die Mitte? Wo liegt sie eigentlich? Wieviele Jahre umfasst sie eigentlich? Hast Du Dir diese Fragen schon gestellt? Ich kann dir dazu sicher auch keine exakte Antwort geben. Aber einige Gedanken können vielleicht ein Anstoß dazu sein, dass du es selbst herausfindest. Meine Großmutter ist 83 Jahre alt geworden, bevor sie starb. Das war 1981. Die Mitte ihres Lebens lag also in etwa zwischen ihrem 36. und 46. Lebensjahr, damals schrieb man die Jahre 1933 bis 1943. Eine Zeit, an die man sich nicht nur in Deutschland als die schrecklichste Zeit des 20. Jahrhunderts erinnert. Krieg, Leid, Tod und Zerstörung wüteten in Europa und der Welt. Mein Schwiegervater ist jetzt 95 Jahre alt, gebrechlich und vergesslich geworden, doch immer noch zuversichtlich, die “100″ zu schaffen. Der Club der 100-jährigen bekommt gerade in den letzten Jahrzehnten immer mehr Zuwachs, weil die Lebensbedingungen insgesamt besser werden: Frieden seit mehr als 50 Jahren, eine immer sauberere Umwelt, eine moderne technische Welt, die das Leben uns immer mehr erleichtert und harte körperliche Arbeit immer mehr verringert, ausreichend Essen und Wohnraum. Wo lag für ihn die Mitte des Lebens? Zwischen 42 und 52 oder erst zwischen 45 und 55? Wir können es noch nicht genau sagen, weil er erfreulicherweise noch lebt. Es wird sich erst entscheiden, wenn er gestorben ist. Für ihn waren es die glorreichen 60iger Jahre. Er schrieb in dieser Zeit ein (Lehr-)buch für Landtechnik. Für uns ist diese Zeit heute mit der Musik der Beatles und der Stones ebenso verbunden wie mit John F. Kennedy, der Sturmflut in Hamburg, der ersten Anti-Baby-Pille, dem Vietnam-Krieg, Studentenunruhen, dem Prager Frühling und Neil Armstrongs kleinen Mondtapser als großen Schritt für die Menschheit. Und wer denkt da nicht an den legendären Postzugraub des Herrn Biggs und seiner Gang und das noch legendärere Woodstock-Festival.
Und heute? Wer ist heute in der Mitte des Lebens? Sie, die sie gerade ihren 50. im Kreise ihrer Familie, Freunde und Kollegen gefeiert hat? Oder erst er, der sich mit 55 Jahren noch berufen fühlt, eine neue Arbeit aufzunehmen oder auszuwandern? Wir wissen es nicht und das ist weder wichtig noch jetzt zu entscheiden. Was ist wichtig in diesem Abschnitt des Lebens: Respekt vor dem Leben zu haben, vor dem der anderen wie vor dem eigenen. Und etwas dafür zu tun, dass man geistig und körperlich lange Zeit vital bleibt. Dann macht das Leben auch im Alter Freude und wird nicht nur als “Schussfahrt in den Sarg” empfunden. Was man dafür tun kann und wie man es am besten macht, das soll hier diskutiert werden. Und ich bin gespannt auf eure Beiträge. Bitte denkt immer an die Nettikette und lasst Toleranz gegenüber anderen Meinungen walten. Nehmt neues enthusiastisch oder kritisch auf, verhalten oder engagiert – aber nehmt es auf, es ist der erste Schritt, um jung und gesund zu bleiben. Weiterlesen






























